Reiseblog von Moritz und Bekky – Teil 1

Moritz & Bekky haben bei der EOS-Challenge 2.000 Euro mit ihrem Video-Beitrag gewonnen, neben drei weiteren Gewinnern. In diesem Blogbeitrag erzählen sie uns von ihrer spannenden Reise nach Irland und Nordirland.

Unser nächster Roadtrip – 2100 km durch Irland und Nordirland

Einen Roadtrip durch Irland & Nordirland zu planen war relativ einfach. Doch hätten wir gewusst, was vor und während des Urlaubs alles schieflaufen würde, hätten wir alles anders geplant. Aber ihr wisst ja selbst, wie es ist – leider weiß man das vorher nie und wenn es passiert, ist es bereits zu spät.

Aber Eines nach dem Anderen – im März buchten wir für 400 € Hin- und Rückflüge nach Dublin, sowie einen Mietwagen für die gesamte Dauer der Reise vom 13.08.-22.08. Für 10 Tage (8 volle Tage Reise) ein super Schnäppchen. Für die Fahrt und den Proviant planten wir 300 € ein. Das dürfte für mindestens 2200 km Fahrt und einen vollen Magen ausreichen. Als wir dann auch noch die EOS-Challenge gewannen und dafür 2000 € erhielten, schien alles perfekt. Der Roadtrip sollte nun um mehrere Wochen verlängert werden. England, Schottland und Wales – wir kommen!

So einfach war es dann doch nicht – spulen wir ein paar Wochen zurück. Im März verletzte ich mich am Knie und sollte operiert werden. Dies geschah am 03.07. Es wurde ein schwerwiegender Knorpelschaden festgestellt. Infolge dessen entnahmen mir die Ärzte Knorpelgewebe, welches innerhalb der nächsten Monate kultiviert werden sollte, um es in einer zweiten OP wiedereinzusetzen. Dieser Eingriff sollte am 29.08. durchgeführt werden. Der Urlaub konnte also wie geplant stattfinden, allerdings ohne Verlängerung der Reise und mit Gehhilfen. Nicht gerade ein Freudensprung, aber eben auch kein Totalausfall.

3 Wochen vor dem Abflug erhielt ich einen Brief vom Krankenhaus. Der Schock – Die OP sollte 2 Wochen auf den 15.08. nach vorne verlegt werden, mitten in unseren Urlaub. Im einem Telefonat mit dem behandelnden Arzt wurde klar, dass die OP auf jeden Fall an diesem Tag stattfinden werde, da der aufbereitete Knorpel nur innerhalb eines 3-Tage-Fensters transplantiert werden kann. Daher mussten wir die Flüge und den Mietwagen umbuchen – neues Reisedatum 04.08.-13.08. Die Umbuchung erhöhte die ursprünglichen Kosten um 450 € auf 1150 €. Schnäppchenurlaub ade. Aber was soll man machen? So ist das Leben.

Spulen wir vor bis zum Start – ab in den Bus nach Stuttgart, auf die Besucherterasse und in den Standkorb schmeißen, in den Flieger steigen und auf nach Dublin. Alles verlief nach Plan, bis wir unseren Mietwagen abholen wollten. Die Firma, bei der wir online den Mietwagen gebucht hatten, wollte uns den gebuchten Wagen nicht aushändigen – Mindestalter 25. Da ich 24 und Bekky erst 21 Jahre alt war, erhielten wir deshalb KEINEN MIETWAGEN! Eine absolute Frechheit, denn wir hatten bei der Onlinebuchung unser Alter angegeben. Wieso teilte uns der Drittanbieter dennoch zu einem falschen Autoverleiher? Ein Fehler im Buchungssystem oder Betrug – wir haben unsere Meinung dazu bereits gebildet und sind uns einig. Die Buchung wurde storniert und eine Gebühr von 50 € verrechnet. Jetzt standen wir ganz ohne Transportmittel da und kochten vor Wut.

Genau der richtige Moment für einen Plan B. Wir gingen zu einer anderen Autovermietung und erzählten, was passiert war. Zum Glück konnte man dort bereits ab 21 Jahren fahren. Juhu! Der Urlaub schien gerettet. Doch der Mietwagen sollte dort für 8 Tage unfassbare 1460 Euro kosten! Viel zu teuer für uns. Wir waren verzweifelt und am Boden zerstört. Natürlich dachten wir sofort daran, das Handtuch zu schmeißen und den Urlaub abzubrechen. Das bemerkte wohl auch der Mitarbeiter am Schalter. Er ging zu seinem Supervisor und handelte für uns einen Preis von 880 Euro aus. Nach kurzem Überdenken, nahmen wir sein großzügiges Angebot an und bedankten uns herzlichst für den Preisnachlass von fast 600 €. Nach allem was passiert war, konnte der Urlaub endlich beginnen. Die geplanten Urlaubskosten in Höhe von 700 € stiegen auf ein Rekordhoch von 1630 Euro an! Der teuerste Urlaub, den wir je gemacht hatten. Tja, Pech gehabt! Doch wir ließen uns nicht lange davon die Laune verderben und beschlossen, die Reise in vollen Zügen zu genießen.

Tag 1 – Dursey Island

Die großen Strapazen des Mietwagenproblems überwunden, begann der erste Tag unseres Roadtrips mit der Entgegennahme des Autos bzw. unserer mobilen Wohnschlafküche. Die Karosserie auf Kratzer untersucht und dutzende Beweisbilder geknipst, konnte es losgehen. Vom Flughafen über Cork, zum 409 km entfernten Lambs Head im Südwesten Irlands. Bevor wir auf die Autobahn fuhren, hielten wir beim nächsten Supermarkt an, kauften uns Proviant für die nächsten zwei Tage und neun Rollen Toilettenpapier – ihr könnt euch sicher vorstellen wofür.

Nach vielen kleineren Zwischenstopps und massiven Regenschauern kamen wir nach 6 h Fahrt erschöpft, aber voller Vorfreude am Lambs Head an. Was ihr noch wissen solltet – da ich einen Bänderriss am rechten Knie hatte

(heute, am 15.08. wurde ich operiert), musste Bekky die gesamten 2100 km Strecke in 8 Tagen alleine fahren. Kleiner Spoiler – trotz Linksverkehr fuhr uns Bekky immer sicher von A nach B. Dennoch war es sehr anstrengend für sie. Jeden Tag, mehrere Stunden hinter dem Steuer zu sitzen, nagte an ihrer Konzentration – davon hatte Bekky erstaunlicherweise genug. Sie fuhr nur dann falsch, wenn Google Maps mal wieder den Faden verlor – das passierte dummerweise ziemlich oft und sorgte für Frustration.

Weiter ging‘s. Noch während der Parkplatzsuche sahen wir die alte Seilbahn, welche den Lambs Head mit Dursey Island verbindet. Stellt euch einen alten, verrosteten, 25 m hohen Strommast vor. Im oberem Drittel des Masts befand sich eine Öffnung, durch welche die Gondel passgenau, an vier Stahlseilen hängend, über das Meer zur ca. 250 m entfernten Dursey Island befördert wurde. Auf der Insel passierte sie erneut einen Mast, bevor man aussteigen konnte. Die Seilbahnkabine war ganz offensichtlich ein Relikt der Urzeit. Für maximal 6 Personen oder eine Gesamtlast von 544 kg, bot sie nicht gerade viel Platz. Eine Fahrt dauerte ca. 15 min. Pro Stunde konnten also nur 12 Personen auf die Insel gebracht bzw. aufs Festland zurückgebracht werden. An sonnigen Tagen kommt es daher öfter zu längeren Wartezeiten. Die Kabine bestand zu einem Großteil aus Holz und Metall.

Einen Schlüssel zum Abschließen der Türen suchte man vergebens. Alles in Allem ein kleines Abenteuer zum Preis von 10 Euro p.P. für die Hin- und Rückfahrt. Für die Fahrt auf die Insel warteten wir knapp 90 min und vertrieben uns die Zeit mit Filmen.

Endlich war es soweit – ab in die Kabine, Türe zu und auf die Insel. Mit uns in der Kabine, eine Familie aus den USA mit zwei Teenagern. Ein wenig Smalltalk und schon waren wir da. Das Wetter in Irland ist bekannt dafür, von der einen auf die andere Sekunde, schlagartig zu wechseln. Noch am Festland war es stürmisch, regnerisch und eher bewölkt. Als wir auf Dursey Island ausstiegen, das komplette Gegenteil. Die Sonne schien, es war windstill und angenehm warm.

Wir liefen direkt in Richtung des ersten Gipfels. Wie fast im ganzen Urlaub, lief ich mit Gehhilfen, um mein rechtes Knie zu entlasten. Der vollgepackte Kamerarucksack über den Schultern machte den Anstieg zu einer echten Herausforderung. Ursprünglich wollten wir sogar zum Signalturm im letzten Drittel der Insel gehen und danach noch bis zum Ende der Insel und wieder zurück. Da es aber schon 18 Uhr war und die letzte Bahn um 21:30 Uhr zurückfahren würde, entschlossen wir uns gegen die zusätzlichen 10 km Wanderstrecke und genossen die Aussichten auf dem ersten Gipfel.

Das Wetter wäre perfekt gewesen, um mit der Drohne tolle Aufnahmen zu machen, doch ich verpasste diese einmalige Gelegenheit – jetzt, im Nachhinein, ärgert mich das doch sehr. Wie aus dem Nichts zogen plötzlich dunkle Wolken auf, es wurde kalt und begann zu regnen. Auf dem Weg zurück zur Seilbahnstation begegneten wir mehreren Schafen und versuchten diese zu streicheln – ohne jeden Erfolg. Auch ein oft wiederholtes „Määäääh“ unsererseits, konnte die Schafe nicht besänftigen. Obwohl die Schafe auf Dursey Island jeden Tag Menschen ohne Absperrung begegneten, waren sie ziemlich scheu und liefen bei den kleinsten Annäherungsversuchen davon. Wie erwartet, mussten wir fast 2 h warten, bis wir einen Platz in der Seilbahn zurück ans Festland bekamen.

Mittlerweile war die Temperatur auf 12 Grad gefallen. Der starke Wind und der Regen ließen es sogar noch kälter wirken. Daher überbrückten wir die 2 h Wartezeit mit Liegestützen, um uns warm zu halten, flogen die Drohne und filmten die Natur. Als wir endlich wieder am Festland ausstiegen, aßen wir zu Abend und legten uns Schlafen. Alles in Allem ein gelungener Urlaubsauftakt – meint ihr nicht auch?

Hier findest du unseren cinematischen Vlog über diesen Tag:

Tag 2 – Kerry Cliffs – Ross Castle

Wie gut schläft man in einem zurückgeklappten Vordersitz eines VW Polos? Die Antwort könnte euch überraschen – erstaunlicherweise gut und verhältnismäßig bequem. Allein die niedrigen Temperaturen über die Nacht, erschwerten es uns, tief und fest zu schlafen und weckten uns ständig aus unseren süßen warmen Träumen. Relativ gut ausgeschlafen starteten wir in den zweiten Tag. Alle von euch, die schon einmal im Auto geschlafen haben, wissen sicher, dass über die Nacht alle Scheiben beschlagen und am nächsten Morgen unbedingt trockengewischt werden müssen, bevor es weitergehen kann. Hierzu benutzten wir über den gesamten Urlaub vier der neun Toilettenpapierrollen. Unsere typische Morgenroutine sah normalerweise wie folgt aus:

Aufstehen, Scheiben trockenwischen, umziehen, waschen und im Auto frühstücken oder draußen, wenn’s warm genug war. Gesagt, getan. Bevor wir losfuhren moderierten wir, wie fast jeden Morgen, den Vlog für den Tag an und erzählten, was wir am Tag alles vorhatten.

Dann ging’s los. Erster Halt Kerry Cliffs in Portmagee. Gegen 12 Uhr erreichten wir den Besucherparkplatz der Kerry Cliffs, aßen zu Mittag und zogen uns, dem regnerischen Wetter entsprechend, an. Beim Umziehen bemerkten wir, dass wir am Vortag von mehreren Zecken befallen wurden. Bekky hatte 8 Zecken an ihren Beinen. An mir hatten sich 5 Blutsauger verbissen. Ach – wie wir diese Dinger hassten. Ab diesem Tag mussten wir jeden Abend vorm Schlafengehen eine ausführliche Zeckenkontrolle durchführen, die uns kostbare 30 Minuten des Schlafs raubte. Aber da die Gesundheit immer vorgeht, war es unbedingt notwendig. In den nächsten 6 Urlaubstagen entdeckten wir noch über 20 weitere Zecken an unseren Körpern. Die meisten verbissen sich in Bekky‘s knackigen Beinen – die waren aber auch zum Anbeißen. Aber auch hinter unseren Ohren und am Rücken wurden wir fündig.

Die Klippen waren nicht ohne Weiteres frei zugänglich. Großflächig umzäunt, konnte man nur dann zu den zahlreichen sehenswerten Aussichtspunkten gelangen, wenn man durch den Besuchereingang ging. Wir zahlten 4 Euro p.P. Eins vorweg. Die Kerry Cliffs sind unglaublich schön und der kleine Eintrittspreis war eine sinnvolle Investition. Denn ihr bekommt nicht einfach nur irgendwelche Klippen zu sehen, sondern ihr habt die Möglichkeit, mehrere, dort heimische Vogelarten von verschiedenen Aussichtspunkten zu beobachten. Außerdem sind die Felsformationen unfassbar gigantisch und wirklich einzigartig. Ihr blickt in über 100 m tiefe Schluchten, seht tosende Wellen, die auf den glatten Felsen klatschen – die akustische Atmosphäre war atemberaubend. Deswegen flogen wir die Drohne gleich zweimal – bei dem starken Wind kein Kinderspiel.

Dennoch erwies sich die Mavic Air als äußerst zuverlässig. Die spektakulären Aufnahmen dazu, könnt ihr im Vlog über diesen Tag auf unserem YouTube Kanal ansehen. Als es anfing zu regnen, liefen wir zurück zum Auto und fuhren ins bezaubernde Städtchen Killarney. Mit knapp 15.000 Einwohnern nicht besonders groß, aber dafür von Touristen überladen. Die Innenstadt bestand aus unzähligen Hotels und Wellnessoasen. Man sah direkt, dass dort Geld eine große Rolle spielte. Wir wollten uns Ross Castle und den angrenzenden See im Killarney National Park ansehen. Für den gesamten Killarney National Park müsst ihr kein Eintritt zahlen. Alles ist frei zugänglich, bis auf das Innere des Schlosses. Direkt am Parkplatz vor dem Schloss war ein kleiner Fluss, auf dem hunderte bunte Boote anlegten – so etwas hatten wir zuvor noch nie gesehen. Unter starkem Bewegungsentzug leidend, kletterte Bekky entlang der Fassade während ich die Drohne flog und Aufnahmen des Schlosses machte. Anschließend saßen wir uns an den See und entspannten bis wir Hunger bekamen – also ziemlich genau 1 Minute. Wir fuhren zurück ins Städtchen und aßen gegenüber der riesigen St. Mary‘s Kathedrale auf einer Felsmauer zu Abend. Danach fuhren wir auf den Parkplatz unterhalb der Kathedrale und legten uns schlafen.

Hier findest du unseren cinematischen Vlog über diesen Tag:

Tag 3 – Torc Waterfall – Inch Beach – Banna Beach

Ein neuer Morgen, ein neuer Tag mit vielen Abenteuern. Früh um 6 Uhr weckte uns mein Handywecker. Es nieselte und war unangenehm kühl. Wir nächtigten unmittelbar unterhalb der gigantischen St. Mary’s Kathedrale – ein majestätisches Gefühl mit einem solchen Anblick aufzuwachen. Während Bekky die über die Nacht angelaufenen Fensterscheiben trockenwischte, nutzte ich die Zeit um die Wetterfestigkeit meiner Drohne zu testen. Das Ergebnis war überraschend. Ich hätte nie gedacht, dass man die Mavic Air selbst bei leichtem Regen und verhältnismäßig starkem Wind fliegen kann. Einfach stark, wozu DJI im Stande ist. Ich bin schon ganz gespannt auf die neuen Drohnen, die bald auf den Markt kommen werden.

Die Drohne eingepackt, gefrühstückt und los ging’s in Richtung des Torc Wasserfalls. Dieser liegt etwa 20 Minuten südlich von Killarney am Rand des Killarney National Parks. Von zwei verschiedenen Parkplätzen ist der Wasserfall entweder von oberhalb oder unterhalb zu erreichen. Beide Male gelangt ihr zum selben Aussichtspunkt, von welchem ihr den Wasserfall von unten betrachten und tolle Fotos knipsen könnt. Leider ist er auch nur von dieser einen Stelle zu sehen, weil er fast komplett von Bäumen und Sträuchern zugewachsen ist. Wir parkten oberhalb des Wasserfalls und wandernten ca. 30 Minuten bergab durch den Wald, bis wir direkt vor dem Wasserfall standen. Da es früh am Morgen war, waren nur sehr wenige Leute vor Ort. Diese Gelegenheit nutzte ich, um erneut die Drohne zu starten. Das war gar nicht so einfach, da sich rund um die Aussichtsplattform Bäume und Sträucher befanden. Es gab nur ein ca. 5 m breites Loch zwischen den Baumkronen in schwindelerregender Höhe durch die ich die Drohne manövrieren musste. Mit viel Feingefühl und Blickkontakt zur Drohne machte ich sehr schöne Aufnahmen des Wasserfalls – nicht nur von oben, sondern auch von unten, da ich zwischenzeitlich sehr nah am Boden über das Wasser flog. An dieser Stelle möchte ich kurz über einige Schwächen der Mavic Air sprechen. Falls euch das nicht interessiert, dann springt einfach zum nächsten Absatz. Zum einen verweigerte sie es, mit einem vollgeladenen Akku zu starten und begründetet dies mit der Meldung „Batterie fehlerhaft“. Da ich mehrere Akkus dabeihatte, war das kein Problem – Akkus ausgewechselt und weiter ging‘s.

Kommen wir zum nächsten Problem. Dieses Mal wollte die Drohne nicht starten, weil der Kompass nicht kalibriert war. Also kalibrierte ich den Kompass neu. Das nächste Problem war, dass die Drohne sich immer wieder selbst in den Anfängermodus versetzte und nicht weiter als 30 m fliegen wollte – die Schlagader an meiner Stirn war bereits kurz davor zu Platzen. Ich atmete ein paar Mal tief ein und aus und entspannte mich. Nach mehreren Neustarts war auch dieses Problem behoben. Endlich war die Drohne startbereit und ein Gefühl der Erleichterung breitete sich in mir aus. Seit diesem Tag muss ich übrigens vor jedem Flug den Kompass neu kalibrieren und es kommt vermehrt zu Signalabbrüchen. Darüber werde ich euch an einem anderen Tag genauer berichten – ich glaube ihr habt die Schnauze voll mit dem ganzen Drohengeplappere.

Wo waren wir stehen geblieben? Achso, stimmt ja – während ich die Drohne flog, filmte Bekky vom Boden aus den Wasserfall und den Wald. Anschließend spazierten wir einige hundert Meter entlang des Flusses und filmten weiter. Dieses Mal packte ich den Kameragimbal aus und montierte darauf meine Sony A7III, um besonders schöne Kamerafahrten zu machen. Für alle unter euch, die noch nicht wissen, was ein Gimbal ist, stellt euch einfach einen elektronisch motorisierten Aluminiumstab vor, auf dem ihr eure Kamera anbringt. Sobald ihr diesen Stab bewegt, wird die Bewegung durch einen elektronischen Motor ausgeglichen, sodass sich die Kamera nicht von einer Stelle bewegt. Dadurch erhaltet ihr ruckelfreie cinematische Aufnahmen. Stellt euch vor, ihr seid in einem Märchen der Gebrüder Grimm. Ihr lauft durch einen dunklen und grünbewachsenen Wald. Links neben euch befindet sich ein moosbewachsener Hang, der zu einem klaren kleinen Flüsschen führt. Entlang des Flusses wächst hüfthoher Farn und große, mit Blättern behangene Äste, hängen vor euch hinab. Rechts von euch, unzählige Bäume. Es riecht nach Rinde und Moos. In der Ferne hört ihr das stumpfe Rauschen eines tosenden Wasserfalls. Genauso nahmen wir den Ort wahr. Hoffentlich haben wir das für euch auch filmisch so festgehalten.

Die ganze Filmerei am unebenen Waldboden verursachte Schmerzen in meinem Knie. Deswegen machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto.  Am Auto angekommen, erstmal die leeren Drohenakkus samt Fernbedienung angeschlossen, das Handy an die Buchse gehangen und es konnte weitergehen. Der nächste Zwischenstopp auf unserer Reise war dieses Mal nicht planmäßig. Wir fuhren rein zufällig an einem Straßenschild „Inch Beach Surf School“ vorbei. Bekky und ich sahen uns gleichzeitig mit diesem nickenden Blick an. Schon riss sie das Lenkrad nach links und wir fuhren in Richtung Strand. Schnell bemerkten wir, dass man mit dem Auto direkt auf dem Strand parken konnte – ziemlich cool! Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und stellten uns fast unmittelbar neben den Van der Surfschule.

Nur mit dem Handy und dem Stativ liefen wir barfuß direkt in Richtung Meer. Der Wind peitschte wie wild an unsere Körper. Unsere teuren Kameras ließen wir daher vorsichtshalber im Auto. Das Wasser war nicht so kalt wie angenommen, doch mehr als ein kurzes Fußbad war aufgrund des starken Windes nicht drin. Der Sandstrand selbst, war mehrere Kilometer lang, mindestens 100 m breit und an den meisten Stellen sogar breiter. Wir spazierten entlang der mit Sträuchern bewachsenen Dünen – ein sehr tolles Gefühl, ja fast schon ein Flashback, welches mich an meine Kindheit erinnerte. Damals verbrachte ich unsere Familienurlaube immer auf Spiekerooge, einer nordfriesischen Insel, mit fast identischem Charakter. Von den Dünen aus konnte man in der Ferne eine Kuhweide erkennen. Ihr könnt euch sicherlich denken, was als nächstes kommt. Natürlich packte ich die Drohne aus und flog zu den Kühen. Diese schienen erstaunlich vertraut mit den lauten Rotorengeräuschen der Drohne gewesen zu sein. Die meisten drehten nicht einmal den Kopf und fraßen ungestört weiter. Nur eine Kuh war sichtlich erschrocken und trat den Rückzug an – ach wie sehr ich Kühe einfach toll finde! Findet ihr nicht auch, dass sie etwas sehr Beruhigendes an sich haben? Naja, vielleicht sehe auch nur ich das so.

Zurück zum Auto – nächster Halt Banna Beach. Die Fahrt dorthin war atemberaubend schön. Die Landschaften wurden immer grüner und bergiger. Riesige Felder mit unzähligen Schafen. Genauso hatten wir uns Irland vorgestellt – einfach traumhaft. Da Bekky immer fahren musste, konnte sie diese schönen Aussichten nie wirklich genießen. Deshalb hielten wir öfter am Straßenrand an und hielten für ein paar Minuten inne – ganz besonders bei Roadtrips können wir euch das nur empfehlen. Macht viele kleinere Pausen. Es gibt so viele schöne Orte direkt an der Straße. Aber bitte haltet nicht auf Autobahnen – kein Witz. Das haben wir in Israel häufig gesehen. Ziemlich gefährlich, aber dort wohl Gang und Gebe. Zurück zum Thema: Banna Beach war anders als der Inch Beach, was zum Teil daran lag, dass der Rand des Strandes aus Steinen bestand.

Außerdem waren hier viel mehr Leute im Wasser, weil es inzwischen wärmer geworden war. Wir saßen uns an den Parkplatzrand, aßen zu Abend und genossen die wenigen Sonnenstrahlen, die ab und zu durch die Wolkendecke schienen. Danach ein kleiner Spaziergang und weiter ging die Fahrt nach Kilkee. Da die Überlandstrecke dorthin fast dreimal länger gewesen wäre als mit der Fähre, nahmen wir in Tarbert die Autofähre und überquerten die 5 km Meer bis hin nach Killimer für 19 €. Gegen 20 Uhr kamen wir in Kilkee an, parkten direkt auf dem Parkplatz an der Promenade und trafen die Vorbereitungen für die Nacht.

Ein Blogbeitrag von Moritz & Bekky.

Teil 2 folgt

2018-10-30T10:44:47+00:00

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