„Durch das FSJ konnte ich viel über mich lernen“

Ein IJFD Erfahrungsbericht von Anna

Mein Name ist Anna Hegel. Vom 01.09.2019 bis zum 19.03.2020 war ich als Freiwillige in der Lantern Community in England. Kurz nach meinem Abi habe ich mich entschieden ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren. Diese Entscheidung habe ich nicht bereut.

Die Vorbereitung auf mein FSJ im Ausland wurde toll durch EOS organisiert und ich habe mich riesig gefreut als es dann endlich losging.

Die Anreise war sehr aufregend. Mit viel Gepäck und einem mulmigen Gefühl ging es für mich von München nach Great Britain.

Zum Glück fand ich nach meiner Landung in London relativ schnell den Busbahnhof. Von dort aus begann dann die letzte Etappe meiner Reise. An der Bushaltestelle in Ringwood wurde ich bereits erwartet und abgeholt.Total kaputt und erleichtert gut angekommen zu sein, wurde mir das Haus gezeigt und alle Mitbewohner haben sich vorgestellt.

Der erste Eindruck war super. Alle waren nett und freundlich und ich durfte mein Zimmer beziehen.

Der Alltag hat sich dann relativ schnell eingestellt. Zuerst wurden alle „Neuen Freiwilligen“ für Ihre Aufgaben in Ihren Häusern geschult. In dieser Zeit lernten wir uns -die neuen Co-Worker- auch untereinander recht gut kennen.

Meine Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Jeder Tag verlief abwechslungsreich und anders. Es wurde nie langweilig und die Zeit verflog.

An manchen Tagen bin ich allerdings an meine Grenzen geraten, da die Arbeit mit behinderten Menschen oft anstrengend und herausfordernd sein kann. Daraus konnte ich viel über mich lernen und neue Eindrücke mitnehmen. Diese Eindrücke vermitteln mir einen anderen Blickwinkel auf vieles das ich bisher eigentlich nicht wahrgenommen oder bewusst gesehen habe.

In meiner Freizeit hatte ich immer Spaß. Ausflüge in die Umgebung standen auf dem Programm, ebenso Besuche in Cafés, Kinos, Restaurants und vielem mehr.

Ein besonderes Highlight waren die Band-Proben an denen ich wöchentlich teilnahm. Ich konnte viele nette und interessante Menschen kennenlernen.

Gerne hätte ich mein FSJ in der Lantern Community beendet. Ich hatte noch so viel geplant und vorgehabt. Leider kam dann Corona dazwischen. Und alle Freiwilligen bekamen eine Nachricht von EOS. Uns wurde empfohlen, nach Hause zurück zu kehren. Die Entscheidung fiel mir echt schwer. Aber in Anbetracht der Umstände entschied ich mich dafür nach Deutschland zurück zu gehen.

Hals über Kopf wurde gepackt, organisiert, verabschiedet und alle waren sehr traurig, dass dieser Lebensabschnitt so schnell beendet werden musste. Jeder hoffte bald zurückkommen zu können.

Mit einem megaschweren Rucksack und viel zu viel Handgepäck bin ich nach einem sehr langen Tag zu Hause angekommen. Dort musste ich mich dann zuerst wieder einleben. Der abrupte Abschied und die Situation an sich, haben mir ganz schön zu schaffen gemacht.

Mittlerweile fühle ich mich aber wieder zu Hause. Außerdem versuchen wir sogar unsere Band-Proben online abzuhalten, was echt sehr lustig ist.

Um den restlichen Zeitraum meines sozialen Jahres sinnvoll zu verbringen, habe ich mich in meiner Heimatgemeinde bei der Corona-Hilfe beworben und kaufe für ältere Menschen ein. Ebenso helfe ich einer jungen Familie, mit der Betreuung ihrer kleinen Kinder.

Ich kann jedem Interessenten ein FSJ und die Arbeit als „Co-Worker“ nur empfehlen. Man kann unheimlich viel über sich lernen und tolle Erfahrungen sammeln. Für mich waren die fast 7 Monate, die ich in der Lantern Community arbeiten durfte, eine Bereicherung – für mein Leben und meine berufliche Zukunft.