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Mein Freiwilliges Soziales Jahr in den USA

Camphill Community Triform im Bundesstaat New York

Zwischen Wäldern und Weideflächen im Bundesstaat New York liegt die Camphill Community Triform im Bundesstaat New York.

Mein Jahr im Ausland in den Vereinigten Staaten begann mit der Ankunft in New York City, es war mein erster Besuch in den Vereinigten Staaten und ich war auch deshalb schon aufgeregt.

Ich bin immer noch begeistert über die herzliche Begrüßung am Bahnhof und auch in der Community selbst.

In meiner Einsatzstelle Triform leben ca. 120 Mitglieder – die eine Hälfte bilden Menschen mit mentalen, physischen und emotionalen Schwierigkeiten. Ich war etwas nervös, ich hatte vorher noch keine Erfahrung mit Menschen mit Behinderungen gemacht. Am schwierigsten war am Anfang das Kennenlernen und Wohnen mit den Behinderten : jeder ist ein Individuum, in seinen Wünschen, Bedürfnissen und in der Art mit einem zu leben – man musste bei jedem einen ´Schlüssel´ finden.

Video der Community

Das Großartige an Triform

Genau das ist das Großartige an einem Jahr in Triform: die Art zu lernen, mit allen zu wohnen und zu arbeiten, die persönlichen Beziehungen mit jedem  zu entwickeln, sein Gegenüber zu sehen, einfach in jedem hinter der Behinderung den ganzen Menschen zu erkennen. Ich denke am Ende überwindet man nicht nur eventuelle Oberflächlichkeit oder gar Vorurteile, man sieht sich selber in einer Art Spiegel.

Als ich zum ersten Mal einen anderen Menschen beim Duschen helfen musste,  hatte ich zum Beispiel noch Berührungsängste, aber das normalisiert sich schnell und wurde zur Routine – es wurden dann öfter Witze erzählt oder man sang gemeinsam zum Song aus dem Radio.

Die andere Hälfte der Community besteht aus den Hauseltern und deren Kindern, den festen Angestellten und den Coworkern, wie ich einer war. Man lebt in einem der zwölf Häuser, zusammen mit der Hausfamilie, 3 bis 4 Behinderten und 2 bis 4 Coworkern. Es sind große Häuser, in denen eigentlich immer etwas los ist und Langeweile nicht aufkommen kann. Wenn man aufgeschlossen ist, dann macht es ziemlich Spaß in der Wohngemeinschaft.

Man erlebt zwar lange Tage, denn die Arbeit kann sehr anstrengend sein, viele mögliche Arbeitsfelder, etwa auf der Farm, im Garten, in der Bäckerei, in Musikklassen und mehr, aber sie geben auch viel Abwechslung. Daneben ist man natürlich auch mitverantwortlich, dass das Leben und Wohnen im Haus und dem Arbeitsplatz möglichst harmonisch verläuft. Wenn man so eng täglich zusammenlebt, kann es da natürlich auch mal zu Streit kommen.

Highlight: New York

Es war immer ein schönes Gefühl, wenn die harte Arbeit, die man geleistet hat, wertgeschätzt wurde.

Großartig ist neben der Hilfe durch die Hauseltern vor allem auch die der anderen Coworker. Das Teilen von Erfahrungen und Herausforderungen schweißt zusammen. Nach einem langen Arbeitstag trifft man sich, entspannt sich oder geht aus.

Ein Highlight ist auch der gemeinsame freie Tag. Wir haben vor allem am Anfang den Bundestaat erkundigt: New York City ist nur 2 Stunden mit dem Zug entfernt. In den Winter- und Sommerferien kann man gut längere Touren machen – ich bin dann mit einem Kollegen an die West- und Ostküste der USA und nach Kanada gereist.

Am schwersten fiel mir dann der Abschied von allen, man war ja schon Teil einer großen Familie geworden.

Rückblickend kann ich nur jedem dazu raten, es auch mal auszuprobieren. Es war definitiv ein tolles Jahr!

2018-06-26T13:34:23+00:00

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