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Meine Einsatzstelle, in der ich während meines IJFDs tätig war, war Triform Camphill Community. Dabei handelt es sich um ein Dorf mit insgesamt 8 bewohnten Häusern, in denen Familien und freiwillige Arbeiter, wie ich, zusammen mit geistig behinderten Jugendlichen leben. Zudem gibt es in dem Dorf mehrere Arbeitsbereiche in denen jeder zusammen arbeitet. Diese haben auch ihre eigenen Gebäude. Es gab die Weberei, die Töpferei, die Bäckerei, den Garten, die Försterei die Dairy Farm, die Cattle Farm und die Estate.

Jede Einrichtung leisten einen Dienst für die Community. Sei es die Produktion von Tassen, Teppichen, Brötchen, Gemüse, Fleisch oder Milch. Alles kam der Community zu gute. Die Students waren direkt in diesen Prozess mit eingebundenund halfen bei der Bewirtschaftung des eigenen Dorfes. Der Garten und die Farmen folgten dem Leitbild der biologisch-dynamischen Agrarkultur. Das
heißt es werden keine Chemikalien oder sonstige Vorgehensweisen genutzt, die der Umwelt in irgendeiner Weise schaden können. Die Hauptverantwortlichen im Haus waren die Hauseltern. Diese bildeten mit uns Freiwilligen in jedem Haus ein Team, welches dann zusammen Entscheidungen traf, die das Leben im Haus betreffen. Dabei konnte es sich um Regeln, Zeitabläufe, Verteilung von Arbeiten etc. handeln. Die Hauseltern leben in dem Dorf mit ihren Kindern und ziehen sie dort groß. Die Kinder, egal welches Alter, haben allerdings keine Verpflichtungen die das Leben in Triform betreffen. Die Freiwilligen
arbeiten direkt mit den Students zusammen und kümmern sich auch, wenn benötigt, um deren körperliche Pflege. Die Hauseltern stehen allerdings immer als Ratgeber und Hilfe zur Verfügung. Normalerweise kommen neue Freiwillige immer im Sommer. Es gab Frühstück, Arbeit am Morgen, Mittagessen, Ruhepause, Nachmittagsunterricht/Nachmittagsarbeit und Abendessen. Am Samstag gab es keine Arbeit, sondern es wurde das Haus geputzt und danach folgten diverse Aktivitäten wie z.B. Spaziergänge. Am Sonntag hatte die Familie ihren freien Tag. Daher stand es uns Freiwilligen mehr oder weniger frei wie wir den Tag mit den Students gestalten wollte.

Da ich aber im März anfing, kam ich in ein Haus, dass bereits ein vollständiges Team hatte. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und sehr schnell eingearbeitet. Die Pflichten im Haus reichten von normalen Haustätigkeiten wie, kochen, putzen, Geschirr spülen bis hinzu Tätigkeiten, wie den Students mit ihrem Bad, Dusche oder Zähne putzen zu helfen. Auch die Students waren in die Tätigkeiten im Haus eingebunden und hatten je nach Fähigkeiten ganz eigene Verpflichtungen im Haus. Das Leben im Haus hatte von Montag bis Freitag den gleichen Ablauf. Wir gingen z.B. Bowling, aßen auswärts oder besichtigten Museen. Zu Beginn war mein Arbeitsfeld die Estate und die Dairy Farm. In der Estate geht es hauptsächlich darum die Ländereien von Triform in Schuss zu halten. Ich mähte Gras, rupfte Unkraut, putzte Gemeinschaftsgebäude oder stellte Geschwindigkeitsbegrenzer auf.

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Die Dairy Farm drehte sich, wie der Name schon sagt, um die Milchproduktion des Dorfes. Wir hatten insgesamt 10 Kühe vondenen wir meistens 4 – 6 molken. Gemolken wurde per Hand. Auch hier halfen die Students. Auf der Farm gab es zudem auch noch die Kälber und Schafe. Zu den Aufgaben auf der Farm zählten
Melken, Milch ausliefern, Ställe ausmisten und Zäune bauen. Probleme gab es natürlich regelmäßig. Es gab oft das Problem das zwei oder mehrere Students die gleiche Kuh melken wollten. In diesen Fällen musste man immer versuchen zu vermitteln und einen Kompromiss zu finden. Im Sommer war ich einen Monat im Garten tätig. Auch hier war das Aufgabenfeld vielseitig. Es reichte von Acker pflügen und Samen sähen bis hinzu zur Ernte diverser Gemüsesorten. Im August verließen die meisten Freiwilligen Triform und gingen zurück nach Hause.

In meinem Haus war ich der einzige der übrig blieb und stand daher vor einer kleinen Krise. Bis vor kurzem war ich „der Neue“ und sollte nun von jetzt auf gleich der Freiwillige mit der meisten Erfahrung in meinem Haus sein. Allerdings lösten sich meine Sorgen relativ schnell wieder auf, da ich zwei neue Kollegen bekam die unglaublich kompetent und hilfreich waren. So bildete sich ein neues Team für meine letzten sechs Monate. Auch mein Arbeitsbereich sollte sich im neuen Schuljahr ändern. So kam es, dass ich von nun an im „Day Program“ arbeitete. Dieses Programm bot Eltern die Möglichkeit ihr Kind nach Triform zu schicken ohne, dass es dort wohnen muss. D.h. die „Day Students“ wurden morgens in Triform abgeliefert und nachmittags wieder abgeholt. Dieses Programm hatte seine eigenen Arbeitsbereiche. Unter anderem auch die „Cattle Farm“, auf der ich hauptsächlich arbeitete. Diese Farm hatten keine Milchproduktion, sondern nur Rinder die der Produktion von Fleisch dienten. Zudem gab es auf dieser Farm auch mehrere Schweine und Ferkel. In diesem Arbeitsumfeld lernte ich den Traktor zu bedienen, Schweinegehege zu bauen und Maschinen zu reparieren. Sämtliche Aufgaben wurden immer mit den Students durchgeführt.

Mein Fazit

Dieses Jahr bot mir den Einblick in eine gänzlich andere Lebensweise und zeigte mir sehr viele verschiedene Perspektiven des Lebens. Ich habe Freunde aus der ganzen Welt kennen und schätzen gelernt. Ich habe Dinge getan und erlebt die ich mir vor diesem Jahr nicht einmal vorgestellt habe. Es war das wohl intensivste aber auch lehrreichste Jahr für mich. Es war manchmal äußerst schwer mich daran zu erinnern warum ich eigentlich diesen IJFD mache, da man vor lauter Arbeiter selten Zeit hat einen klaren Gedanken zu fassen. Dennoch habe ich es nie bereut, dass ich diese Entscheidung getroffen habe und kann jedem nur empfehlen ein solches Jahr zu absolvieren.

2018-06-26T13:25:35+00:00

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