Mein FSJ im Maison d`Enfants St. Joseph

Erfahrungsbericht von N. Walter

Die Einrichtung

Ich absolvierte meinen internationalen Jugendfreiwilligendienst im „Maison d`Enfants st. Joseph“ in Mulhouse. Die Einrichtung ist ein Heim für Kinder, welche aus Problemfamilien kommen. Die Kinder wohnen während der Schulzeit in der Einrichtung und an ihren Feiertagen können sie, abhängig von der familiären Situation, nach Hause gehen.

Das Kinderheim befindet sich auf einem großen Grundstück, mit einer Spielstruktur für die kleineren Kinder, einem Fußball- und Tennisplatz, einer Wiese und einem kleinen Stückchen Wald. Die Kinder wohnen in einem prächtigen dreistöckigen Gebäude und einem kleinen Haus, das sich seitlich davon befindet. Insgesamt hat das Heim eine idyllische Lage; man glaubt kaum, dass es sich mitten in einer Stadt befindet.

Die Freiwilligen wohnen direkt in der Einsatzstelle. In der dritten Etage befindet sich eine riesige Wohnung, in der früher auch eine Gruppe von Kindern gelebt hat. Da man sich ganz alleine in der Wohnung befindet, hat man sehr viel Platz um sich auszubreiten, ist aber auch manchmal einsam.

Die Arbeit

Die deutschen Freiwilligen arbeiteten in der Gruppe mit den jüngsten Kindern, den sogenannten Coccinelles (Marienkäfer). In der gruppe können bis zu neun Kinder von drei bis sechs Jahren sein.Die Aufgabe besteht darin die Sprösslinge in ihrem Alltag zu begleiten. Man muss sie morgens wecken, anziehen und zur Schule bringen, abholen, mit ihnen essen, sie duschen und ins Bett bringen.

normalerweise arbeitet man 35 Stunden in der Woche, die auf vier Tage verteilt werden.Dadurch sind die restlichen Tage der Woche frei gestaltbar, was ich persönlich ausgiebig genutzt und genossen habe.

Zuerst war ich unsicher im Umgang mit den Kindern. Alle haben ein schweres Schicksal, da sie aus einem schweren familiären Umfeld kommen. Außerdem stellte die französische Sprache für mich eine Hürde da, welche es zu überwinden galt. Ich musste mir den Respekt der Kinder erkämpfen, was aufgrund meines anfangs fehlerhaftem Französisch nicht einfach war. Besonders wenn die volle Anzahl an Kindern vertreten war, fiel es mir schwer, mir Gehör zu verschaffen. Glücklicherweise haben mich meine Arbeitskollegen in jeder Situation unterstützt und standen mit mit Rat und Tat zur Seite. Ich habe auch schnell gemerkt, dass die Kinder auch nur Kinder wie alle anderen sind. Also habe ich begonnen, mit ihnen altbekannte Spiele zu spielen, zu basteln und auch hin und wieder etwas Unsinn zu machen. Ich versuchte ihnen das Leben im Heim so schön wie möglich zu machen und hoffe, dies auch geschafft zu haben.

Was noch zu sagen bleibt

Insgesamt war das Jahr in Frankreich definitiv eine lohnenswerte Erfahrung, die ich nicht missen missen wollen würde. ich habe sehr viel gelernt, über den Umgang mit Kindern, die französische Sprache und zu guter letzt auch einiges über mich selbst.

Mir persönlich machte die Arbeit sehr viel Spaß, da man im Umgang mit Kindern einfach so sein kann wie man ist. Kein Tag war wie der andere, jeder hielt seine Überraschungen bereit und oft gab es Situationen, die so lustig waren, dass sie mir noch lange in Erinnerung bleiben werden. natürlich gab es auch kritische Momente; Tage, an denen ich wünschte ich wäre im Bett geblieben. Doch alles in allem lässt sich zurückblickend sagen, dass man auch aus diesen tagen seine Weisheiten ziehen kann und die guten Tage ja glücklicherweise bei weitem vielzähliger sind.

2018-04-30T19:41:27+00:00

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