Philosophie von EOS – Die Vision

Wir leben in einer Zeit der globalen Transformation. Die weltweite New Age -Bewegung, das wachsende Netz der zivilgesellschaftlichen Organisationen und die am Horizont auftauchende Generation der „Neuen Kinder“ sind das Wetterleuchten eines epochalen Wandels.
Bei ihrer Gründung (2002) hat sich EOS zum Ziel gesetzt, ein Schwungrad zu bilden für eine neue Kultur der Menschlichkeit und des Erlebens.

So hat EOS im Laufe der letzten Jahre ein innovatives pädagogisches Konzept hervor gebracht. Unter der Bezeichnung „ERLEBENSPÄDAGOGIK“ sind  die beiden großen erzieherischen Hoffnungsträger –  die Erlebnispädagogik und die Waldorfpädagogik – damit in Synergienähe gerückt.

In diesem Sinne fühlt sich EOS allen Initiativen verbunden, die sich in einem ähnlichen Sinne für einen pädagogischen  Aufbruch einsetzen und lädt von Herzen zu einer organisationsübergreifenden Zusammenarbeit ein.

EOS-Wurzeln

Kommen Sie mit auf eine Reise in die erstaunliche Geschichte von EOS

Einsatzfelder

Die Einsatzfelder für Erlebnispädaogen sind vielseitig geworden.

Regeln

Lernen Sie etwas über die 10 Regeln der Erlebnispädagogik.

Steiner / Hahn

Erfahren Sie mehr über die Ziehväter der Erlebnispädagogik.

EOS-Zentrale Freiburg

Sekretariat

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Nachricht

Die Wurzeln von EOS

Die pädagogische Harmonie zwischen Kopf, Herz und Hand zieht sich durch die ganze Geschichte der Pädagogik. So gibt es schon seit altersher berühmte Geister, die gegen eine Überbetonung des Intellektuellen angekämpft haben.

Ab Ende der 80er Jahre wurde dann die Entdeckung gemacht, dass „schwierige“ Jugendliche, die z.B. in die Mühlen einer Gewaltkarriere geraten waren, durch erlebnispädagogische Maßnahmen überraschend wieder aufgebaut werden konnten. Seit dieser Zeit ist die Erlebnispädagogik weltweit zu einem Silberstreif am Horizont geworden. Auch die jüngsten Ergebnisse der PISA-Studie und die Forschungen über die „Indigokinder“ sprechen unmissverständlich einer erlebnisorientierten, ganzheitlichen Pädagogik das Wort.

Als Vordenken dürfen dabei gelten:

Bedeutende Persönlichkeiten

Einsatzfelder der Erlebnispädagogik

Die Erlebenspädagogik hat inzwischen Einzug gefunden an Waldorf- und Regelschulen (Klassenfahrten, Beratung, Trainings für „schwierige Klassen“…), in die Freizeitpädagogik (Ferienlager…) und Sozialpädagogik (Drogen- und Gewaltprävention); an einer Hochschule wurde sie Bestandteil des internationalen Bachelor-Studienganges für Pädagogik, und in Organisationen, Betrieben und Konzernen finden Team-Trainings nach ihren Prinzipien statt.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Potenziale der Erlebenspädagogik noch längst nicht gehoben sind.

Erlebnispädagogen werden verstärkt in folgenden Berufsfeldern eingesetzt:

Die 10 Regeln der „Erlebenspädagogik“

1) HOLISMUS: Das Prinzip der Ganzheitlichkeit soll in der Gesamtkomposition einer erlebnispädagogischen Aktivität auffindbar sein. So gehören zu einer vollständigen Erlebnispädagogik z.B. auch die Dimensionen der Ästhetik und die Spiritualität.
2) „SENSIBILITÄT„: Erlebnispädagogik sollte in unserem Sinne nicht verstanden werden als Bombardement an Sinneseindrücken. Vielmehr soll der Versuch unternommen werden, in einer „schonenden“ Weise die Erlebnisfähigkeit zu sensibilisieren.
3) REFLEXIVITÄT: Ein ganzheitlicher erlebnispädagogischer Lernprozess erfordert auch eine reflexive Erfassung des Erfahrenen. Erst durch die Bewusstmachung des Erlebten ist der Erlebniszirkel abgerundet und kann der Transfer in den Alltag gewährleistet werden.
4) „EUCHRONIE“:  Eine „euchronische“ erlebnispädagogische Aktion sollte zwischen Aktivität und Besinnlichkeit organisch atmend hin und her pendeln. „Euchronische Erlebnispädagogik“ steht demzufolge für eine „Entschleunigung“ der Erlebnispädagogik.
5) KARITATIVITÄT: Gerade um den wünschenswerten „Jugendidealismus“ zu entfachen,  plädieren wir für eine Aufwertung der Erlebnispädagogik durch die Integration von sozialen, karitativen und humanitären Elementen.

6) GESCHLECHTERGERECHTIGKEIT: Nach wie vor stellt sich die moderne Erlebnispädagogik als Domäne der Männerwelt dar. Aus diesem Grunde geht es um den Versuch, die spezifisch weiblichen Erlebnisweisen ernster zu nehmen.
7) ÖKOLOGIE: Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit sind Kriterien, welche einen instrumentalisierenden Umgang mit der Natur verbieten.  „Harten Tourismus“, Fernreisen und Abenteuerreisen lehnen wir aus ökologischen und ethischen Gründen ab.
8) „LANDSCHAFTS-PHÄNOMENOLOGIE„: Erlebenspädagogik kann auch bedeuten, jede Landschaft in ihrer individuellen Erlebnisqualität differenziert zu erfassen. Eine Handhabung dieser Erlebnisweisen zu entwickeln, hat sich EOS zur Aufgabe gesetzt.
9) ARCHETYPIK: Bislang recht rätselhaft ist die Frage nach der fast magischen Anziehung von Erlebnispädagogik geblieben. Womöglich liegt ein Schlüssel darin verborgen, dass manche erlebnispädagogische Settings ein archetypisch urbildliches Muster aufweisen.
10) TRANSPERSONALITÄT: Erlebnispädagogische Aktivitäten führen den Teilnehmer in der Regel an Grenzerfahrungen heran. Somit verfügt die Erlebnispädagogik über die Chance, in die Tiefen der Transformation und des Transpersonalen hineinzuführen.

Rudolf Steiner und Kurt Hahn

Rudolf Steiner (1861-1925)
Rudolf Steiner (1861-1925)
„Ehrfurcht vor dem, was dem Dasein des Kindes vorangeht. Enthusiastischer Hinweis auf das, was dem Kinde nachfolgt. Schützende Bewegung für das, was das Kind erlebt.“
Kurt Hahn (1886-1974)
Kurt Hahn (1886-1974)
„Es ist eine Vergewaltigung, Kinder in Meinungen zu zwängen, aber es ist eine Verwahrlosung, Kindern Erlebnisse, durch die sie ihres wahren Wesens gewahr werden, vorzuenthalten.“

Erlebnispädagogik und Waldorfpädagogik gelten als die erfolgreichsten (alternativen) pädagogischen Strömungen. Zwischen den Ansätzen von Kurt Hahn und Rudolf Steiner gibt es – bislang wenig bekannte – frappierende Parallelen.
Beispielsweise berichtet eine mündliche Überlieferung davon, dass Rudolf Steiner auf dem Sterbebett auf die Frage „Welche drei Wünsche würden Sie gerne noch verwirklichen?“ geantwortet habe: „Zunächst würde ich das Ruder an den Waldorfschulen zugunsten der künstlerischen (erlebnishaften) Seite herumreißen!“

Nach dem Ersten Weltkrieg zogen sich Hahn und Steiner von der Politik zurück. Steiner versuchte nun auf dem Weg der Erziehung, die Idee der sozialen Dreigliederung und des „ethischen Individualismus“ zu verwirklichen. Ebenso forderte unabhängig davon auch Kurt Hahn die Verwirklichung seiner Idee eines „ethischen Imperialismus“. Beide waren überzeugt davon, dass der Mensch ein nach Grenzerfahrungen strebendes Wesen ist.

Kurt Hahn musste im Weltkrieg schmerzlich miterleben, dass junge Menschen ihre Grenzerfahrungen auf dem Schlachtfeld sammelten. Schockiert von dieser Erkenntnis postulierte er, dass die Erlebnispädagogik ein „moralisches Äquivalent des Krieges“ entwickeln solle, das dem jungen Menschen statt kriegerischer humanitäre Grenzerfahrungen ermöglichen könne.

Als Rudolf Steiner von einem Förderer die Möglichkeit zu einer Schulgründung erhält, kommt es im September 1919 zur Eröffnung der ersten Waldorfschule.
Zur selben Zeit erhält auch Kurt Hahn von einem Förderer, dem früheren Reichskanzler Prinz Max von Baden die Chance, am Bodensee eine eigene reformpädagogische Schule aufzumachen. Ähnlich wie die erste Waldorfschule, die speziell die handwerkliche Schulung betonte, verschrieb sich auch die Salemer Schule von Kurt Hahn speziell dieser Aufgabe.
Steiners Gedanke der Waldorfpädagogik und Hahns Ideen der „Erziehung durch Wagnis und Bewährung“ haben heute jedoch weltweite Anerkennung gefunden.

Die Erlebenspädagogik – Erlebnis oder Erleben?

Eine ausführliche Grundlegung der Erlebenspädagogik findet sich in: „Erlebnispädagogik und Waldorfschulen“, „Erlebenspädagogik“ Beim nachfolgenden schematischen Vergleich sei betont, dass es hierbei um keine moralischen Wertungen geht.

THEMA

ABENTEUERPÄDAGOGIK
(Harte Erlebnispäd.)

ERLEBENSPÄDAGOGIK

Daseinskategorie nach Erich Fromm Positivismus, Empirie, Materialismus Sein: Schulung der inneren Erlebnisfähigkeit
Theoretische Wurzeln Haben: Summierung von äußeren Erlebnissen Geisteswissenschaft, Idealismus
Menschenbild Biomedizinisch oder Milieutheoretisch Transpersonal, spirituell
Strebungen Sensationssuche;  innere Leere, Todessehnsucht und das Verlangen nach „Wiederbelebung“ Sinnsuche; innere Fülle, die Lebenssehnsucht und das Streben nach Höherentwicklung
Ausrichtung Thrill; das Abenteuer dient der Lustbefriedigung Skill; das Abenteuer dient der Fähigkeitsbildung
Zielsetzung Abenteuer als Möglichkeit der Befriedigung von subjektiven bis hedonistischen  Motiven Abenteuer als Hilfen zur Reifung und Vervollkommnung der Persönlichkeit
Motive der Abenteuersuche Langeweile, Vergnügungssucht, Lustgewinn, Geltungsbedürfnis, Profilierungswunsch Verwirklichung eines übergeordneten Sinns, einer an Idealen ausgerichten Aufgabe innerhalb eines sozialen Zusammenhangs
Inhalte Kick-orientierte Aktionen mit hohem „Adrenalin-Faktor“ Sanfte, künstlerisch gestaltete Aktivitäten mit innerem Erlebnisgehalt
Methoden Technische Anleitung, gleichsam wie ein Trainer in einem Sportverein Kreative Methoden werden verwendet, um psychisch den Boden für das Erlebnis zu bereiten
Setting Nüchterne Ausgestaltung, oft  mit hohem Einsatz technischer Mittel und Sicherheitsvorschriften Künstlerisch, phantasievoll, an Märchen, Mythen, Urbildern oder archaischen Motiven angelehnt
Zeitfaktor An kurzfristigen Effekten orientiert Auf Nachhaltigkeit angelegt
Wirkung Schnell nachlassende Wirkung; danach tritt der Wunsch nach „Dosissteigerung“ auf. Gefahr der Suchtbildung Durch das „homöopathische“ Einsetzen von sinnbetonten oder archetypischen Erlebnissen kann eine Grundsehnsucht im Menschen befriedigt werden.
Prinzip Der Effekt überschwemmt die Psyche; es soll mit minimalem Aufwand maximaler Effekt erzielt werden (z.B.Bungee-Sprung)

Sahnehäubchen-Prinzip: es schwemmt auf.

Der Effekt ist nie größer als die seelische Verarbeitungsmöglichkeit des Teilnehmers.

Vollkornbrot-Prinzip: es sättigt anhaltend und bringt den Verdauungsapparat in gesunde Tätigkeit

Chancen der Entwicklung „Action-Erlebnisse“ bleiben an der Oberfläche der Persönlichkeit. Gut vorbereitet verhelfen sie dem Teilnehmer zu mehr Selbstbewusstsein, Entschlossenheit, Mut, Verantwortungsfähigkeit Sinnorientierte Erlebnisse können in die Tiefen der Seele dringen – und  (archetypische) Sehnsüchte befriedigen. Unbefriedigte Grundsehnsüchte hinterlassen in der Seele das Gefühl der „inneren Leere“
Erlebnispsychologische Aspekte Gefahr der Verflachung (durch sinnlosen Fun) und Abstumpfung (durch Erlebnis-Schocks) der Erlebnisfähigkeit Ressourcen zur Vertiefung (durch Sensibilisierung) und Bereicherung (durch sinnhafte, phantasievolle  Erlebnisse) der Erlebnisfähigkeit
Biographischer Aspekt Der Mensch reift nicht automatisch indem er älter wird. Er kann auch als alter Mensch ein infantiler „Kindskopf“ sein. Indem der Mensch wesenhafte Sehnsüchte erfüllt, reift er. Indem er innere Abenteuer besteht wächst über sich hinaus und wird weise
Lebenswege Der Sensationssucher jagt dem schnellen äußerlichen Erfolg hinterher; er verwechselt Glück haben mit glücklich sein Der Erlebende sucht im inneren Abenteuer (früher: Aventüre des Helden) das Wesen seiner Person, seine eigene Bestimmung zu ergründen.

Erlebnispädagogik und Waldorfpädagogik

Erstaunlich wenig sind bisher die Methoden der Waldorfschulen aus der Perspektive der Erlebnispädagogik betrachtet worden. Dies ist um so bemerkenswerter, als zum einen seit nunmehr ca. 100 Jahren an den Waldorfschulen in gewisser Weise in „naturwüchsiger Art“ Erlebnispädagogik betrieben wird.
So sind von Rudolf Steiner reichhaltige Anregungen für eine Erlebnispädagogik vorhanden. Bereits 1924 erläutert er beispielsweise den altersspezifischen Unterschied zwischen einem jüngeren und älteren Menschen folgendermaßen: „Der junge Mensch wird gewahr, wenn er beginnt, zur Zivilisation ein Verhältnis zu gewinnen, das er versteht. Und ein richtiger Instinkt sagt ihm, dass dieses Verstehen, dieses denkende Ergreifen auch sein ferneres Schicksal sein soll. Allein mit dem ‚Verstehen‘ lässt sich nicht jung sein. Man kann nur jung sein, wenn man mit vollem Herzen, mit ganzer Seele erlebt, was auf das Verstehen wartet. Und man ahnt als junger Mensch, dass man alt wird, wenn man das Erlebte allmählich in das Verstandene hinüberführt“ (1981, S.126).
Aus diesem Geist heraus schuf er 1919 die Waldorfschule, welche von Anfang an eine wenig bekannte Fülle an erlebnisorientierten Methoden einsetzt(e): Klassenfahrten, Praktika, Ackerbau-, Hausbau-Epochen, Abschlussarbeit als Theaterprojekt, eine Vielzahl an praktisch-handwerkliche und künstlerisch-soziale Fächern, erebnis- und handlungsorientierter Unterrichtsstil, soziale und humanitäre Einsätze…